Ohrmuschelplastik


Ohrmuscheln gelten als abstehend wenn sie mehr als 20 mm oder in einem Winkel von mehr als 25 ⁰ von dem Knochen hinter dem Ohr (Mastoid) abstehen. Man schätzt, dass etwa 5 % der deutschen Bevölkerung davon betroffen sind.

Durch Spott der Umwelt kann ein erheblicher Leidensdruck entstehen. Selbstverständlich ist ein gesellschaftlicher Druck, der eine zunehmende Normierung aller Menschen fordert, abzulehnen. Andererseits möchte kaum ein Elternteil seinem Kind zumuten sich an solchen aufgezwungenen Normen abzuarbeiten. Die entstehenden Minderwertigkeits- und Schamgefühle sind in der Lage die Lebensqualität nachhaltig einzuschränken.

Entscheidend für den Operationserfolg sind das richtige Alter und die richtige Technik. Bis zum 6. Lebensjahr ist der Ohrknorpel weich und formbar. Die Lebensphase vor der Einschulung stellt also den besten Zeitpunkt für eine Operation dar.

Die Operation erfolgt im Rahmen einer Vollnarkose und in der Regel ambulant. Bei Erwachsenen ist die Operation auch sehr gut in örtlicher Betäubung möglich.

Das Abstehen der Ohren kommt zumeist durch Fehlbildungen einzelner knorpeliger Abschnitte der Ohrmuschel zustande. Nach der Analyse der Formveränderung erfolgt die Entscheidung für die Operationstechnik.

Es stehen verschiedene Techniken zur Verfügung. Gemeinsam ist allen Techniken , dass an der Vorderfläche kein Schnitt erfolgt damit im sichtbaren Bereich keine Narben entstehen. In der Mehrzahl der Fälle ist die sogenannte Anthelixfalte nicht oder nur sehr flach vorhanden. Vom Hautschnitt hinter dem Ohr erfolgt das Ausformen der Falte mit Nähten. Dadurch liegt die Ohrmuschel meist bereits natürlich an (Technik nach Mustarde'). Manchmal ist der Knorpel so fest, dass man befürchtet die Mustarde'-Nähte könnten nicht halten. In solchen Fällen wird der Knorpel angeritzt oder auch angeschliffen um ihm die nötige Weichheit und Flexibilität zu verschaffen (Technik nach Stentström).

In seltenen Fällen ist der Knorpel des Cavum Conchae vor dem Gehörgangseingang zu groß. Dann wird, wiederum nach einem Hautschnitt hinter dem Ohr, aus diesem Knorpelbereich ein sichelförmiges Stück entfernt und die Knorpelenden wieder zusammengenäht.

Ziel der Operation ist eine natürliche Silhouette der Ohrmuschel und dass sie natürlich aussehend dem Mastoid anliegt. Das gilt für den oberen und mittleren Teil der Ohrmuschel und auch für das Ohrläppchen. Bei einem abstehenden Ohrläppchen kann eine Knorpelausziehung die Ursache sein. Dann muss der Knorpel an dieser Stelle entfernt werden. Ist es ein reines Hautproblem so bringt eine sogenannte V-Y Hautplastik das Ohrläppchen in die richtige Position.

Es bestehen bei der Ohrmuschelplastik wenige Komplikationsmöglichkeiten. Nach der Operation wird gelegentlich über eine etwas gesteigerte Kälte – und Berührungsempfindlichkeit berichtet. Auch sind in seltenen Fällen entzündliche Reaktionen zu beobachten. Sehr selten kann es zu Fadenunverträglichkeiten mit der Folge der Abstoßung der Mustarde'-Fäden kommen. Sie müssen dann entfernt und die Operation eventuell wiederholt werden. Insgesamt jedoch ist die Ohrmuschelplastik komplikationsarm und sicher.

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