Halsweichteile

Lymphknoten


Auf jeder Halsseite sind zwischen 60 – 90 Lymphknoten im Fettgewebe eingebettet. Normalerweise sind diese Lymphknoten so klein, dass sie weder getastet noch gesehen werden können.

Kommt es im Einzugsbereich dieser Lymphknoten zu einer Entzündung schwellen die Lymphknoten an. Liegt in der Mundhöhle, im Rachen oder im Kehlkopf ein bösartiger Tumor vor, ist eine Lymphknotenschwellung am Hals häufig das erste Symptom dieser ernsten Grunderkrankung.

Auch bösartige Erkrankungen des Lymphsystems selbst können sich zuerst in den Lymphknoten des Halses zeigen. Deshalb sollte jede Schwellung der Halsweichteile, die länger als 3 Wochen besteht, ernst genommen und abgeklärt werden.

Die Untersuchung umfasst dann in der Regel eine Untersuchung des Mundes sowie eine endoskopische Spiegelung des Rachenraumes und des Kehlkopfes sowie eine Ultraschalluntersuchung der Halsweichteile. Bestehen Zweifel daran, dass bei der Spiegeluntersuchung überall ein gutartiger Befund vorliegt kann sich eine endoskopische Untersuchung in Narkose anschließen. Gegebenenfalls wird ein Lymphknoten entfernt, was in Lokalanästhesie oder in Narkose erfolgen kann.


Halszysten und Halsfisteln


Davon abzugrenzen sind Halszysten, die als mediane und als laterale Halszysten vor­kommen, und Halsabszesse. Beide Zystenarten sind Folge einer nicht vollkommen zu Ende geführten embryonalen Entwicklung.

Mediane Halszysten und -fisteln entstehen aus nicht vollständig verschlossenen Teilen des Ductus thyreoglossus, der wiederum beim Abstieg der Schilddrüse entsteht. Weist dieser Gang eine Verbindung nach außen auf spricht man von einer medianen Halsfistel. Sie bilden sich bevorzugt in der Gegend des Zungenbeines, da dieses vermutlich ein Hindernis beim Abstieg der Schilddrüse darstellt. Damit finden sich die Zysten in unmittelbarer Nähe zum Kehlkopf. Deshalb sollten sie entfernt werden um eine Schwellung bei Infektion der Zyste ausschließen zu können, die schnell zu Atemnot führen kann. Laterale Halszsten sind Überreste der sogenannten Kiemenbögen der 4. und 8. Woche der Embryonalentwicklung. Sie können sich als Gang von den Tonsillen durch die Halsweichteile bis in den Bereich der Halsschlagader erstrecken. Zumeist zeigen sie sich in diesem Bereich als prallelastische Vorwölbung. Analog zu den medianen Halszysten können auch die lateralen Zysten eine Öffnung nach außen aufweisen. Die Öffnung findet sich dann meist im mittleren bis unteren Drittel des Musculus sternocleidomastoideus. Die Therapie besteht bei allen Halszyten und Halsfisteln in der vollständigen operativen Entfernung.


Halsabszesse

Abszesse in den Halsweichteilen können aus infizierten Zysten oder Fisteln entstehen. Weit häufiger sind sie jedoch Folge einer Entzündung im Bereich der Zähne bzw. des Zahnfleisches oder sie entstehen aus Lymphknoten. Sie können aber auch Erstsymptom einer bösartigen Erkrankung sein. Abszesse müssen frühzeitig festgestellt, eröffnet und intensiv antibiotisch behandelt werden, da sie sich senken können und dann lebensgefährliche Entzündungen im Brustkorb verursachen können. Unbedingt erforderlich ist die Gewinnung von Zellen aus der Abszesshöhle um sicherzustellen, dass es sich um einen gutartigen Befund handelt.

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