Altersschwerhörigkeit

Diese Form der Schwerhörigkeit betrifft ca. 1/3 der Menschen zwischen dem 60sten und 70sten Lebensjahr und etwa 2/3 der Menschen über 70 Jahre. Männer sind früher und häufiger betroffen, was die Annahme stützt, dass neben altersbedingten degenerativen Veränderungen auch äußere Faktoren wie Nikotin und Lärmbelastung am Entstehen der Schwerhörigkeit beteiligt sind. Schreitet die Schwerhörigkeit unbehandelt fort können schwerwiegende Folgen die Konsequenz sein. Mangelnde Kommunikationsfähigkeit und zunehmende Unsicherheit beim Aufenthalt außerhalb der gewohnten Umgebung, z. B. durch abnehmendes Richtungshören, können schnell zum sozialen Rückzug führen. Depressive Entwicklung und Einsamkeit sind möglich und nachweislich wird die Entwicklung einer Altersdemenz beschleunigt. Diese Konsequenzen einer nicht behandelten Schwerhörigkeit machen deutlich wie wichtig eine frühzeitige Diagnose ist. Bitte seien Sie nicht überrascht wenn wir Sie gezielt danach fragen werden.

Bei Vorliegen einer Altersschwerhörigkeit stellt die Versorgung mit Hörgeräten, die hinter dem Ohr oder auch im Gehörgang getragen werden die Standardtherapie dar. Sonderindikationen sind implantierbare Hörgeräte bei denen Teile oder auch die gesamte Technik durch eine Operation in den Körper eingebracht werden.

Vor dem Hintergrund o.g. Folgen ist es unverständlich warum in unserer Gesellschaft offenbar noch immer eine gewisse Scham besteht sich zu seiner Schwerhörigkeit zu bekennen. Kaum ein Mensch wird bei nachlassender Sehschärfe ähnliches empfinden. Erstaunlich und zugleich erschreckend ist hierbei, dass geschätzt nur ca. 10 % der Menschen, die eigentlich mit einem Hörgerät ihr Hörvermögen wieder herstellen könnten, mit einem solchen Gerät versorgt sind. Zudem gibt es eine hohe Dunkelziffer von Hörgeräten, die verordnet wurden und danach nicht getragen werden. Dies liegt möglichweise neben den oben genannten Gründen auch daran, dass die Geräte in der Anpassphase nicht ausreichend im häuslichen Umfeld getestet wurden.

Auch Menschen, die eine solch frustrierende Erfahrung bereits gemacht haben möchte ich ermuntern an den Fortschritten der fortschreitenden Hörgerätetechnik zu teilzuhaben und einen erneuten Versuch zu wagen.

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